Kassenzone | CEO Interviews
Alexander Graf & Karolin Junker De Neui

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- Tarek Müller (AboutYou) hat mich in den letzten Wochen mehrfach angepingt: unsere Einschätzung zu Shein sei zu positiv. Nach dem Börsengang (Kurs eine Woche später schon 10% im Minus) habe ich ihn eingeladen, um das auszudiskutieren.
Seine Kernthese: Der Erfolg von Shein, Temu und Alibaba beruht eben nicht nur auf Innovation, sondern zu einem erheblichen Teil auf Kostenvorteilen, die wir als Europäer selbst finanziert haben. Rund 20% Marktanteil im europäischen Online-Modemarkt, etwa 20 Mrd. Euro Volumen, aufgebaut in sechs, sieben Jahren, flankiert von rund 3 Mrd. Euro nicht erhobener Zollgebühren pro Jahr.
Wir rechnen durch, was das konkret bedeutet: Bei 75-80% Direktversand aus China und 15% Zollsatz hätte Shein nicht bei +4% EBIT operiert, sondern bei -6%. Damit fällt die Fähigkeit weg, Investorengeld einzusammeln, Marketing zu finanzieren, Volumen und damit Einkaufspreise und Skaleneffekte aufzubauen. Tareks Hypothese: mit Level Playing Field von Anfang an wären die China-Modelle bei maximal 5% Marktanteil gelandet.
Außerdem: warum Factory-to-Consumer ohne Zollumgehung ökonomisch nicht funktioniert und warum AboutYou das Modell zwar gebaut, aber bewusst nicht skaliert hat. Warum Temus Umschwenken auf europäische Händler den Preisvorteil auflöst. Warum die E-Commerce-Branche das Thema politisch sechs Jahre lang verschlafen hat.
Im zweiten Teil wird es grundsätzlich: Ist Online überhaupt noch ein gutes Geschäftsmodell? Inditex mit 19-20% EBIT-Marge gegen Zalando mit 5% – aber 5 Mio. Euro CapEx pro Zara-Store gegen drei Klicks für ein neues Land. Wir streiten über meine These, dass es im E-Commerce keinen "Arztberuf" mehr gibt, über Googles Auktionsmechanik als binäres Spiel, über gestapelte Plattformökonomien und darüber, was ich meinem Sohn fürs Wirtschaftspraktikum empfehlen soll.
Tareks Prognose zum Schluss: Shein und Temu werden in Kontinentaleuropa in den nächsten fünf bis sieben Jahren schleichend schrumpfen (anteilig), inflationsbereinigt etwa um die Hälfte. Und: Der China-Druck hat die europäischen Player effizienter gemacht, als sie es ohne ihn je geworden wären.
Folge mit Karo: https://kassenzone.podigee.io/682-shein-ipo-2-0-zerbricht-das-margenversprechen-des-e-commerce-douglas-inditex-china-marken-k-662
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Plattformbuch 2024: https://amzn.eu/d/1tAk82E - Warum war Walmart eigentlich bei der großen Kassenzone Party vor der OMR dabei? Dieser Podcast verrät es:
Andrew Newton verantwortet von London aus Walmarts europäisches Marketplace-Geschäft. Das Büro gibt es seit rund einem Jahr – mit einem klaren Ziel: europäische, vor allem deutsche Marken für den Cross-Border-Verkauf in die USA, nach Mexiko, Kanada und Chile zu gewinnen.
Wichtigster Punkt zur Einordnung: Es geht ausdrücklich nicht um Walmart-Filialen in Deutschland. Es geht um lokale Beziehungen zu Händlern und Marken. Ein Team vor Ort löst laut Newton die Probleme, an denen Remote-Betreuung scheitert – Sprache, Kultur, Zeitzonen. Aufgebaut wurden bisher Business Development, Account Management, Marketing, Events sowie Services wie Walmart Fulfillment.
Newton räumt außerdem mit der Wahrnehmung auf, Walmart sei ein reiner Stationärhändler. Sein Framing: ein Retail-Ökosystem aus Filialen, Supply Chain, E-Commerce, Marketplace, Walmart Plus und Walmart Connect. Beispiele: Abholung und Retouren in der Filiale, vorgelagerte Bestände für schnellere Lieferung, Kombination aus Produktverkauf und Service wie Reifenmontage.
Warum europäische Marken? Kunden in Nord- und Südamerika schätzen Qualität und Herkunft. Walmart sucht nachgefragtes Sortiment statt billiger Commodity-Ware. Als Beispiel nennt Newton Lavazza, das den Marketplace nutzt, um die eigene Markengeschichte zu erzählen und ein breiteres Sortiment anzubieten. Scheint zu funktionieren!
Meldet euch über https://ecrm.marketgate.com/Walmart/2026/MarketplaceGermany/About an, um euer Interesse zu registrieren, oder schreibt direkt eine E-mail, um ein 1:1-Meeting zu vereinbaren: mira.lester@walmart.com
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Plattformbuch 2024: https://amzn.eu/d/1tAk82E Bootstrapped auf 70 Mio. Euro Umsatz: Die Wachstumsstrategie von Purelei (K#663)
03.09.2026 | 44 min.Offline-Stores, TikTok Shop, KI-Content und Community-Building: Der E-Commerce fordert D2C-Marken immer wieder neu heraus. In dieser Folge spricht Karo mit Alisa Jahnke, Mitgründerin und CEO der Schmuckmarke Purelei, über den Weg von der ersten 500-Euro-Investition zu einem E-Commerce-Unternehmen mit knapp 70 Millionen Euro Jahresumsatz.
Wie hat Purelei den Wandel von reinem Social-Media-Marketing hin zu eigenen Offline-Stores in München, Köln und Palma gemeistert? Welche Rolle spielen die eigene App und das etablierte Subscription-Modell für die langfristige Kundenbindung? Und warum sorgte die erste Live-Shopping-Session auf TikTok Shop bei Purelei für Ernüchterung?
Alisa teilt außerdem ihre praktischen Erfahrungen mit KI in der Content-Produktion, verrät die Internationalisierungspläne für die kommenden Jahre und erklärt, warum der direkte Kontakt zur Community und ein strategischer Markenaufbau für Purelei unverzichtbar bleiben.
Das Gespräch im Überblick:
(1:30) 10 Jahre Purelei: Von 500 Euro zu 70 Mio. Umsatz
(9:58) Vom Social-Media-Marketing zum eigenen Offline-Store
(18:46) App, Loyalty-Programm & Subscription-Modell
(28:57) Ernüchterung beim TikTok Live-Shopping
(31:36) KI-Einsatz in der Content-Produktion
(36:53) Internationalisierung & Zukunftspläne
This podcast uses ad tracking. Learn more via Spotify Ad Analytics terms of service and Podstars privacy policy.- In dieser Spezial-Folge beleuchten Karo und Alex, warum der geplante Börsengang von Shein von einer überraschend niedrigen Bewertung überschattet wird und wie sich das Modell mit massiven Fulfillment- und Marketingkosten von der hochprofitablen Filialstrategie des Inditex-Konzerns unterscheidet.
Außerdem: Lohnt sich E-Commerce angesichts explodierender Akquisitionskosten überhaupt noch? Warum strauchelt das teure Omnichannel-Modell von Douglas im direkten Vergleich mit flexibleren Online-Pure-Playern wie Flaconi? Und welche strategischen Chancen bieten direkte Partnerschaften mit aufstrebenden Marken aus China?
Q1 2027 China Trip: https://etoc-china-trip.lovable.app
Das Gespräch im Überblick:
(2:15) Sheins holpriger Börsengang
(7:43) Inditex als effizientes Gegenmodell
(13:05) Die bittere Wahrheit über Akquisitionskosten
(27:28) Douglas und die Omnichannel-Wachstumsbremse
(31:28) Warum Pure Player wie Flaconi flexibler sind
(43:42) China als echte Innovationsmacht
This podcast uses ad tracking. Learn more via Spotify Ad Analytics terms of service and Podstars privacy policy. - Der Schwerpunkt der Folge ist SHEIN und der anstehende Börsengang. Wir diskutieren die aktualisierte Bewertung, vergleichen sie mit Zalando und fragen uns, warum das Unternehmen trotz hoher Cash-Position und starkem Wachstum so niedrig bewertet wird. Wir sprechen über den E-Commerce-Druck insgesamt, über chinesische Bewertungsabschläge, über Zölle, De-Minimis-Regeln und die zunehmende Verlagerung hin zu Local Sourcing und Logistik in Zielmärkten.Wir gehen auch auf mögliche Gründe für den schnellen Börsengang ein. Dabei behandeln wir die Rolle früherer Investoren, mögliche Kompensationsregelungen und den Druck, bestimmte Fristen einzuhalten. Uns beschäftigt dabei vor allem, warum SHEIN im Prospekt aus unserer Sicht wichtige Stärken wie den hohen Marktplatzanteil oder das starke GMV-Wachstum nicht klarer herausstellt.Danach vergleichen wir SHEIN ausführlich mit Zalando und Inditex. Wir sprechen über Marketingkosten, Bestellfrequenz, Bruttomarge, Lagerumschlag und operative Marge. Wir diskutieren, ob SHEIN oder Zalando stärker von Google und Meta abhängen und ob das stationäre Modell von Inditex derzeit das robustere Geschäftsmodell ist. Am Ende bleiben wir bei der Einschätzung, dass die Bewertung von SHEIN zwar viele Risiken abbildet, aber möglicherweise auch Potenzial unterschätzt.
Die Grok Analyse: https://grok.com/share/c2hhcmQtNQ_167d3862-4200-4a17-89de-a9456e994d25
Börsenprospekt: https://www1.hkexnews.hk/app/sehk/2026/108766/documents/sehk26072600126.pdf
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O Kassenzone | CEO Interviews
Kassenzone.de analysiert E-Commerce Strategien und Geschäftsmodelle. Wöchentlich sprechen Gründer und CEOs von Händlern, Marken und Herstellern über ihr Geschäftsmodell und die eigene E-Commerce Strategie. Die Gäste werden befragt Karo Junker de Neui, Geschäftsführerin von Etribes und
von Alexander Graf, Geschäftsführer & Gründer von Spryker Systems.
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