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Chlorgesänge

Ute Zill, Martina Schrey
Chlorgesänge
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  • Chlorgesänge

    Folge 159: Held der Meere

    10.06.2026 | 44 min.
    Die Sommerurlaubszeit hat längst begonnen und deswegen geht es in dieser Folge nicht um Chlor- sondern um Salzwasser! Denn viele zieht es in diesen Wochen ans Meer, zum schwimmen, tauchen oder surfen und es gibt wohl wenige Menschen, die sich der Faszination der Ozeane entziehen können. Wenn da nicht dieses kleine „aber“ wäre … Auch wenn wir es nur zu gern verdrängen: Natürlich ist uns allen klar, dass es den Meeren und somit auch den darin schwimmenden Lebewesen nicht wirklich gut geht. Nicht nur wegen der zunehmenden Erwärmung der Meere, sondern auch wegen des ganzen Unrats, der darin herumschwirrt, allem voran das viele Plastik.
    Uns heutiger Gesprächspartner ist deshalb der Speaker und Podcaster Christian Weigand, der das Konzept „Blue Awareness“ entwickelt hat, was mittlerweile ein gemeinnütziger Verein geworden ist. Er ist professioneller Redner für Unternehmen und Veranstaltungen und spricht über Nachhaltigkeit, Meere und Selbstwirksamkeit.
    Das Tolle an ihm: Er läuft nicht etwa den ganzen Tag mit erhobenem Zeigefinger herum und fordert dazu auf, ab sofort asketisch zu leben, sein Motto ist vielmehr: „take three for the sea“. Heißt: Wenn wir beispielsweise im Urlaub am Strand entlang gehen und nur drei Plastikteile aufheben, haben wir schon was getan. Denn das sind drei Teile weniger, die von den Meeresbewohnern mit wertvoller Nahrung verwechselt werden können, drei Teile weniger, an denen ein Wesen im Wasser ersticken oder sich damit strangulieren kann.
    Diese Haltung spürt man auch in seinem erfolgreichen Podcast „Helden der Meere“. Auch hier geht es nicht darum, moralinsauer aufzuzählen, dass vermutlich rund fünf Trillionen Plastikteile in den Ozeanen schwimmen oder um wieviel Grad die Meerestemperatur mal wieder gestiegen ist - stattdessen hat er alle 14 Tage Gäste, die von der Faszination des Meeres erzählen.
    Wie sie mit Haien schwimmen oder Orcas filmen, abenteuerliche Expeditionen machen, von steilen Klippen springen, als Tankerkapitän arbeiten oder ein mexikanisches Drogenkartell verfolgen, das illegal in einem Naturschutzgebiet fischt.
    Aufregende und faszinierende Geschichten, die einem auf ihre ganz eigene Art bewusst machen, was sich für eine wunderbare und besondere, mitunter aber auch ganz schön unheimliche Welt da unter Wasser auftut. Auch für Christian selbst ist das ein großer Spaß - selbst wenn es sehr häufig gar nichts mit Meeresschutz zu tun hat.
    Wir können nicht anders - wir müssen ihn auch danach fragen, wie er die Aktion rund um den Wal in der Ostsee erlebt hat. An dieser Stelle nur so viel: Begeistert hat ihn diese ganze Sache nicht.
    Christian ist nicht nur Redner und Podcaster - und leidenschaftlicher Surfer - er hat zusammen mit dem Journalisten Florian Sturm auch ein Buch gemacht: „Ein Leben für den Ozean“ heißt es und eine von uns hat es natürlich zuhause im Regal stehen und ist im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltig begeistert! Umso größer die Freude, dass im November 2026 die zweite Ausgabe erscheinen wird. Während es im ersten Band um Ostsee, Nordsee und Nordatlantik geht, dreht sich der zweite Band um den Europäischen Atlantik. Und wer nicht nur lesen, sondern auch schauen will, bekommt außerordentlich schöne Bilder zu sehen - aus den Tiefen der Ozeane. Das Weihnachtsgeschenk ist safe!
  • Chlorgesänge

    Folge 158: KI is watching you

    03.06.2026 | 36 min.
    Auf den ersten Blick ist da erstmal nichts Besonderes. Das CabrioLi im westfälischen Lippstadt ist ein Kombibad mit Hallen- und Freibad. Betriebsleiter Tobias Göbel führt uns durch die Halle und deutet nach oben. Und jetzt sehen wir sie: Kleine weiße Kameras an der Decke oder hoch oben an der Wand, die jeden Winkel der drei Schwimmbecken in der Halle im Blick haben.
    Das CabrioLi in Lippstadt war bundesweit das erste Schwimmbad, das KI zum Einsatz gebracht hat. Auslöser war aber nicht der tragische Tod eines Kleinkindes im Jahr 2019, wie viele vermuten, sondern der pure Zufall, erzählt Tobias. Auch Bäder haben nämlich immer wieder Besuch von Vertretern, die ihnen die neuesten Entwicklungen auf dem Markt präsentieren. Und von so einem Vertreter erfuhr man im CabrioLi von der israelischen Firma Lynxight, die Pionierin in Sachen Schwimmbad-KI.
    Das war 2022. Das Bad willigte ein, das Programm zu testen, Anfang 2023 gings los: Kameraüberwachung in Echtzeit, auch unter Wasser. Das System macht eine ständige Bewegungsanalyse aller Menschen, die gerade im Wasser sind. Erkennt sie untypische Bewegungsmuster, sendet sie einen Alarm auf die Smartwatch, die hier jeder Bademeister trägt (und natürlich auch jede Bademeisterin). Mit dem Alarm wird der exakte Standort des Geschehens gesendet, außerdem ein Livebild. Zu sehen ist auch, was in den Sekunden davor geschah.
    Allerdings darf man sich das nicht als einen glasklaren Film vorstellen, erzählt Tobias, die eigentlichen Kameraaufnahmen werden nicht gespeichert. Stattdessen wandelt das Tool sie in so genannte Vektordaten um, sodass nur die Umrisse der Schwimmenden zu sehen sind. Wichtig für den Datenschutz!
    Seit drei Jahren ist Lynxight jetzt in Lippstadt im Einsatz, am Anfang war das noch ganz schön holperig, erzählt Tobias. Da wurde auch schon mal der Schatten einer Liege als Ertrinkender gewertet, auch ließ sich der Alarm mit „Toter-Mann-Spielen“ viel leichter auslösen. Aber: Diese KI lernt. Nach jedem Alarm melden die Bademeister:innen zurück, ob die KI die Situation richtig erfasst hat. Die Fehlalarme werden deutlich seltener. Und dass eine heikle Situation NICHT erkannt wurde, sei zum Glück noch nie passiert. Ab und zu würden es Gäste auch mal darauf anlegen, den Alarm auszulösen, indem sie sich beispielsweise auf den Beckenboden sinken ließen - doch mittlerweile in der Regel ohne Erfolg.
    Betriebsleiter Tobias Göbel ist von dem System begeistert, das merkt man. Über die Anschaffungskosten schweigt er sich aus, die jährlichen Betriebskosten seien aber mit rund 10.000 Euro absolut überschaubar. Für ihn hat diese Technik Zukunft - aber nicht, weil er Badpersonal sparen will - „Retten können nur wir, da hilft uns keine KI“ - sondern weil er kaum noch Personal bekommt. Gerade wenn es sehr voll ist, sei aber jedes Auge wichtig - auch das der Kamera. Mittlerweile haben auch schon einige andere Bäder in Deutschland nachgezogen, das System Lynxight kommt in sieben Ländern weltweit zum Einsatz.
    Mittlerweile sind wir draußen am Schwimmbecken angelangt. Hier gibt es keine KI, an heißen Sommertagen müssen sich die Bademeister:innen nach wie vor auf ihre eigenen Augen und Erfahrungen verlassen. Das Problem: Hier gibt es weder hohe Wände noch Decken, an denen die KI-Kameras aufgehängt werden können. Stangen oder ähnliches wären zu wacklig. Da ist also im wahrsten Sinne des Wortes noch Luft nach oben.
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    Folge 157: Blaue Glücksorte

    27.05.2026 | 31 min.
    Diesmal treffen wir uns mit Steffi Memmert-Lunau am Schlachtensee - einer der blauen Glücksorte, die sie in ihrem gleichnamigen Buch beschrieben hat. Darin geht es um lauter Berliner Highlights am Wasser - nicht nur für Schwimmer:innen. Schon der Ort, an dem wir sitzen, ist besonders: Das Café am Bootsverleih ist ein sehr romantischer Ort, besonders in der Abendsonne. Schade nur, dass die bisherigen Betreiber aufgehört haben. Jetzt wird es von der Fischerhütte ein paar hundert Meter weiter mit betrieben, Boote kann man sich aber immer noch ausleihen und es gibt auch zu essen und zu trinken.
    Während wir da so sitzen, philosophieren wir über die vielen Orte am Wasser, die Berlin zu bieten hat, von der Dahme im Osten bis hin zu kleinen und größeren Seen wie dem Lietzensee Nähe Kudamm, dem Amerika-See im Botanischen Garten oder auch dem Teufelssee in Grunewald.
    Wir kommen ins Schwärmen über den Mauerradweg entlang der Havel und hören mit leichtem Gruseln die Geschichte des Plötzensees: Dort, wo der See samt Strandbad heute liegt, soll sich nämlich einst ein Dorf befunden haben, dessen Gutsherr sehr hartherzig zu seinen Tagelöhnern war. Ein Geist forderte soziale Gerechtigkeit, weil aber nichts passierte, flutete er das ganze Dorf und alles ging unter, einschließlich Rittergut und Kirche. Angeblich sei auch heute noch in Vollmondnächten ihr Glockengeläut zu hören - wer das nicht glaubt, muss es einfach mal ausprobieren!
    Wo viel Wasser ist, sind auch viele Inseln, hier sei nur die Pfaueninsel und die Insel der Jugend erwähnt und ja - auch die Altstadt von Köpenick ist eine Insel und überall von herrlichen Gewässern umgeben. Hier kann man rudern, fischen, schwimmen, tauchen - hat auch Steffi alles schon mal ausprobiert. Ohnehin schlägt ihr Schwimmerinnenherz vor allem für öffentliche Gewässer, das sei schon als Kind so gewesen, erzählt sie uns.
    Zum Schwimmen in der Spree war sie allerdings noch nicht, aber an der Schloßbrücke in Mitte lohnt sich auch einfach mal genaueres Hinschauen: Für das dekorative Geländer wählte Karl Friedrich Schinkel nämlich Delfine und Pferde mit Fischschwänzen aus. Ist uns noch gar nicht aufgefallen, werden wir aber auf jeden Fall demnächst mal drauf achten.
    Und so kann man sich herrlich vertiefen in Erzählungen über die Atmosphäre am Wasser, eine von uns gibt noch zum besten, dass es die Frühlingsstimmung am Landwehrkanal war, die sie vor knapp vierzig Jahren bewogen hat, Berlin nach einem harten Winter nicht fluchtartig wieder zu verlassen. Derweil schaukeln die Boote leise auf dem Schlachtensee und wir sind sicher - mit diesem Buch finden wir noch viele weitere herrliche Orte am Wasser und können es nur empfehlen!
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    Folge 156: Bahnen ziehen mit Ute und Martina - die schönste Freibadsaison beginnt

    20.05.2026 | 31 min.
    Wir sind so aufgeregt! Endlich öffnet ein Freibad nach dem nächsten und wir haben die ersten Bahnen unter freiem Himmel auch schon gezogen. In Berlin waren das am ersten Mai-Wochenende noch 25.000 weitere Badegäste und es hat sehr viel Lust auf mehr gemacht. Natürlich gibt es auch in diesem Jahr wieder Ausweis- und Videokontrollen an den Kassen und am Eingang und mittlerweile ist auch gerichtlich bestätigt, dass das rechtens ist.
    Da loben wir doch die Initiative Respekt Pommes, die eher auf Überzeugung als auf Kontrolle setzt: „Versalze anderen nicht die Stimmung“, heißt es da beispielsweise bei der Kampagne, die von der Abteilung Bäder der Niederrhein Energie und Wasser GmbH ins Leben gerufen wurde, oder auch: „Gierige Blicke sind nur bei Pommes okay“. Immerhin 121 Schwimmbäder bundesweit sind schon dabei, unter anderem auch das Blu in Potsdam. Großstädte wie Hamburg, Berlin oder München tun sich damit allerdings noch schwer - dabei wäre es einen Versuch doch wirklich mal wert.
    Mit dem beginnenden Sommer haben wir auch unseren Spieltrieb entdeckt - es gibt nämlich tatsächlich eine Puppe, die schwimmen können soll. Wir konnten nicht anders und haben es flugs mal ausprobiert: Badewanne voll Wasser, Puppe rein - es war eine Riesengaudi! Und es funktioniert tatsächlich. Andere leben ihren Spieltrieb lieber im Verein richtig professionell aus - mit Stone Skimmung, besser bekannt als: Wir titschen Steine übers Wasser. In Berlin kann man das im Verein THC Franziskaner FC machen und die kriegen jetzt sogar Trainingszeit im Kreuzberger Prinzenbad - natürlich erst nach Badeschluss. Denn so ein 75-Meter-Nichtschwimmerbecken eignet sich offenbar ganz vorzüglich dafür. Das müssen wir uns unbedingt auch mal anschauen!
    Andernorts kann man über unsere freudige Aufregung übrigens nur müde lächeln - im westfälischen Oelde wurde das Freibad bereits Mitte März eröffnet, und zwar mit einer Wassertemperatur von 26 Grad. Der Grund: Die Abwärme der nahe gelegenen Biogasanlage eines Landwirts kann für die Wassererwärmung genutzt werden, es fallen also keine zusätzlichen Stromkosten an. Bis Ende Oktober ist das Bad geöffnet - sowas hätten wir auch gern!
    Egal - wir genießen jetzt erstmal das, was wir haben. Am Pfingstwochenende werden die nächsten Freibäder geöffnet. Und dann nehmen wir die Puppe mit - mal sehen, wer schneller ist!
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    Folge 155: Die Ozeanschwimmerin

    13.05.2026 | 34 min.
    Wir tauchen ab in die Welt der Fantasie - und in einen Roman über eine Frau, die alle sieben Meerengen der Ocean´s Seven bezwingen will. Aber nicht etwa, weil sie so wahnsinnig ehrgeizig ist, sondern weil sie so versucht, über den Tod ihres Mannes und ihres Sohnes hinwegzukommen. „Die Ozeanschwimmerin“, so der Titel des Buches, das am 13. Mai im Goldmann-Verlag erscheint, und wir haben mit der Autorin gesprochen: Charlotte Tarnowski, die eigentlich Carin Müller heißt, aber unter verschiedenen Pseudonymen bereits über vierzig Romane veröffentlicht hat.
    Das Interessante - Carin ist gar keine richtige Schwimmerin, jedenfalls nicht, wenn es darum geht, selber ins Wasser abzutauchen. Aber die Geschichten von André Wiersig, der als erster Deutscher die Ocean`s Seven gemeistert hat, haben sie so in den Bann geschlagen, dass sie sie unbedingt auch literarisch verarbeiten musste. Wir finden: Das ist ihr sehr gut gelungen! Ein wunderbares Buch für den Urlaub am Strand und anderswo - egal, ob man nun selber schwimmt oder eben nicht.
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O Chlorgesänge
Wir sind Schwimmerinnen. Wir waren beide mal im Schwimmverein, aber das ist lange her. Bis vor kurzem schwammen wir so wie die meisten – ab und zu, wenn es gerade passt. Doch dann entdeckten wir die Jahreskarte der Berliner Bäderbetriebe – und stellten fest: Berlin hat ja über 60 Schwimmbäder! Schnell stand fest: Die durchschwimmen wir alle! Und zwar in einem Jahr. Gesagt, getan. Was uns beim Bahnen ziehen durch den Kopf geht und warum wir meinen, dass schwimmen nicht nur überlebenswichtig, sondern ein großartiges Abenteuer ist – darum geht es hier!
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